Unsere erste Reise nach Schweden
- Kathrin
- 9. Juni
- 14 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Aug.
Natur pur!
In Dänemark waren wir inzwischen mehrfach, in Schweden nur einen Tag. Jetzt bereisen wir das Land zwei ganze Wochen :-)
Unser Ziel ist die Region Bohuslän in Westschweden.
Samstag, 24. Mai
Abfahrt
Um 13 Uhr geht's los. Nach Kiel, wo wir um 16 Uhr an Bord der Stena Scandinavica einchecken, die uns über Nacht nach Göteborg bringt.

Mit einem aussichtsreichen Plätzchen direkt am Bug des Schiffes und einem Lemon Spritz in der Hand starten wir die Überfahrt.
Sonntag, 25. Mai
Wir sind in Skandinavien
Um 9.15 Uhr legen wir an. Im Regen, der uns den ganzen Tag begleitet. In einer kurzen Regenpause räumen wir fix das Auto aus und machen es uns in unserem Ferienhäuschen in Aröd nördlich von Göteborg gemütlich.
Die nähere Umgebung zu Fuß zu erkunden, fällt leider aus, da es nicht nur regnet, sondern auch noch stürmt. So fahren wir zum Einkaufen nach Kungälv, wo wir neben einer ersten Fika mit Cappuccino und Kardemummabullar – ich liebs – noch ein bisschen durch die Geschäfte bummeln.
Montag, 26. Mai
Koön
Die Sonne scheint und wir fahren raus in die Schären.
Auf Koön gibt es drei markierte Rundwanderwege. Natürlich nehmen wir den schwarzen, den schwierigsten, über Stock und Stein, rauf und runter, verlassen die Runde aber schon nach einem guten Kilometer und flüchten regelrecht zurück in den Ort, nach Marstrand. Denn in wenigen Minuten ist ein Gewitter aufgezogen und rollt direkt auf uns zu.

Ein tolles Fotomotiv – die Wolken sehen gewaltig aus. Doch die Angst ist größer, so ist nur Zeit für ein schnelles Bild.
Schutz finden wir in Ottos Kök*. Statt Fika gibt's Burger. Auch gut.
Nur eine Stunde später sind wir nun gut gestärkt zurück auf dem Weg. Sonne, Wolken und kurze Regenschauer wechseln sich ab. Und je später der Tag, desto besser das Wetter. So verbinden wir die drei Wege zu einem und sind insgesamt doch noch zehn Kilometer bei schönstem Sonnenschein unterwegs.



Abwechslungsreich laufen wir über Fels, durch Wald, genießen immer wieder tolle Ausblicke über diese wunderschöne Landschaft und kommen sogar an einer Badestelle vorbei, die wir ganz für uns alleine haben.

Zum Baden ist es zu kalt, aber bei so vielen Quallen, die der Wind an die Küste getrieben hat, möchte ich hier nicht einmal meine Füße ins Wasser halten.
Zurück am Auto scheint die Sonne noch immer. So halten wir auf dem Rückweg noch einen Moment im Naturschutzgebiet Ödsmåls Kiles und beobachten das Treiben der Wildgänse – und Kühe.

Dienstag, 27. Mai
Am Strand von Aröd und Timmervik
Nach dem unerwartet schönen Wetter am Montag, haben wir heute wieder einen Regentag. Doch (früh) morgens ist es noch trocken. So machen wir uns tatsächlich schon vor dem Frühstück auf den Weg. Schließlich „müssen“ wir doch noch die Gegend direkt vor der Tür erkunden.
Über einen Steg kommen wir auf die kleine Insel Vadholmen. Im Sommer ein Freibad mit vielen kleinen geschützten Ecken, perfekt zum Grillen und Chillen, heute jedoch alles andere als einladend. Es ist grau, kalt und stürmisch. Vielleicht kommen wir die Tage noch mal zum Sonnenuntergang und Fotografieren auf die Insel.
Wir begegnen tatsächlich nicht einem einzigen Menschen.
Den Tag verbringen wir mit Kaffee trinken, Podcasts hören, stricken – einkaufen – und Pläne schmieden für die nächsten Tage. Bis der Regen am Abend aufhört und sogar wieder die Sonne scheint. So erkunden wir die Küste in die andere Richtung und machen noch einen schönen Spaziergang bei Timmervik.


Auch kein schlechter Spot zum Sonnenuntergang – heute nur leider zu windig, um hier länger ausgesetzt auf dem Felsen zu verweilen.
Mittwoch, 28. Mai
Marstrand
Wir sind zurück in den Schären und setzen in nur zwei Minuten mit der Fähre auf die Insel Marstrand über.
Da die Cafés in Schweden außerhalb der Sommermonate nur sehr eingeschränkt geöffnet haben, starten wir unsere Tour mit einer Fika. Denn Bergs Konditori* ist eine Empfehlung, die wir uns nicht entgehen lassen wollen. Und ein Kardemummabullar oder auch ein Räkmacka passt doch eigentlich immer, oder?!
Gestärkt wandern wir entlang des Küstenwegs einmal um die Insel. Ganz gemütlich, denn es gibt viele Fotospots :-) Dafür sind die Wege etwas besser als auf Koön. Es geht zwar auch oft auf und ab über Felsen, aber es lässt sich dennoch besser laufen.


Bei Sonne sieht doch alles gleich viel schöner aus. Die Häuser auf der anderen Seite gehören übrigens zu Koön, wo wir am Montag waren.
Während das Wollgras daheim schon verblüht ist, steht es hier in Schweden gerade erst in voller Blüte.


Die Landschaft ist so beeindruckend – die vielen Quallen hingegen faszinierend und abschreckend zugleich.
Nach der Umrundung schauen wir uns die Festung Carlsten an und spazieren noch ein paar Schritte durch den Wald im Inneren der Insel. Sehen uns den St. Eriks Park und einen winzigen Teich, den Näckrosdammen, an. Und machen eine kleine Rast, bei der uns die Nebelkrähen innerhalb kürzester Zeit die Krümel unterm Hintern wegpicken.



Zum Abschluss bummeln wir eine kleine Runde durch den hübschen Ort, bevor uns die Fähre zurück aufs Festland bringt.

Donnerstag, 29. Mai/Himmelfahrt
Ökopark Halle- und Hunneberg
Heute erkunden wir das Landesinnere. Und sind schon begeistert, bevor es überhaupt in die Wanderschuhe geht. Die Sonne strahlt am leuchtend blauen Himmel, während wir über Land fahren und die saftig grünen Wiesen bestaunen, die zahlreichen Butterblumen und die typisch roten Schwedenhäuschen, die sich überall dazwischen verstecken. (Oh je – sind wir etwa dem Bullerbü-Syndrom verfallen?!)
Ziel ist der Ökopark Halle- und Hunneberg am Vänern, dem größten See der Europäischen Union.
Unsere Tour haben wir zwar im Vorfeld recherchiert. Trotzdem wollen wir uns das Besucherinformationszentrum ansehen und so starten wir schon wieder mit einer Fika in den Tag. Denn es gibt Morotskaka – und der ist fantastisch.
Wieder verbinden wir mehrere Tourenvorschläge zu einer Wanderung: Parkplatz/Kungastenar – Hallsjön – Skytteklev – Gaddesanna – Stenpir – Svallklev – Hallesnipen/Predikstolen – Ekebacken – Gaddisleden – Skytteklev – Hallsjön – Kungens kök – Parkplatz/Kungastenar. Insgesamt sind es 18 Kilometer über Stock und Stein. Denn vor allem entlang des Hallsjön ist der Weg wunderschön, aber viel beschwerlicher als erwartet. Gut, dass meine Uhr meint, ich brauche nur eine Stunde Erholung :-)
Aber die Tour ist sehr abwechslungsreich und das macht sie so spannend. Wildnis und Kulturlandschaft liegen hier ganz nah beieinander.

Am Hallsjön gibt's viele nette Stege und Grillplätze zum Verweilen, die auch alle von den Schweden genutzt werden. Vielleicht liegt's am Feiertag. Denn es wird wirklich überall geangelt und gegrillt, Wanderer hingegen treffen wir wenige. Und das ist das Schöne: die Menschen sind in der Natur, aber die Gegend ist nicht überlaufen. Im Gegenteil, obwohl schon Ende Mai ist, scheint noch alles im Winterschlaf zu liegen und wird erst jetzt fit für die Saison gemacht.

Nur ein kleines Stück entfernt vom Hallsjön fällt das Gelände steil ab. Wir freuen uns über einen hübschen Picknickplatz und genießen die Aussicht über den Vänern.

Der Abstieg zum See ist kurz, aber steil und führt an dieser tollen Höhle vorbei.



Bei Gaddesanna kommen wir an den Vänern und laufen ein Stück am Seeufer entlang. Hätten wir nicht noch einen weiten Weg vor uns, hätte ich meine Füße hier tatsächlich ins Wasser gehalten.

Zurück im Wald geht es schnell wieder nach oben – hier die Aussicht vom Ekebacken.
So ein schönes Fleckchen Erde – Schweden wie aus dem Bilderbuch.
Da es nach unserer Fika am Morgen nur Riegel gab, halten wir auf dem Rückweg noch bei Aladdin* in Vargön und gönnen uns eine riesige Kebab-Pizza. Denn das haben wir die Tage auch gelernt: die Schweden gehen entweder richtig fein essen oder sie holen sich was vom Imbiss.
Freitag, 30. Mai
Stadtbummel in Göteborg
Gestern haben wir uns noch gefreut, dass die Sonne länger schien als angesagt, heute stimmt die Vorhersage – es ist grau und stürmisch. Also legen wir die Füße hoch und lassen das Wetter einfach mal Wetter sein.
Nachmittags fahren wir nach Göteborg. Machen natürlich eine Fika, bummeln ein wenig durch die Stadt, schauen uns das beliebte Altstadtviertel Haga an, shoppen Souvenirs und essen abschließend noch zu Abend.
Sicher kann man in Göteborg viel mehr erleben, aber wirklich begeistern tut uns die Stadt nicht. Es ist voll und wir merken einmal mehr, wie sehr wir momentan die Ruhe suchen. Ich finde das total ok und freue mich auf den nächsten Wandertag.
Samstag, 31. Mai
Mjörn
Es geht auf die kleine Insel Mjörn, direkt zwischen Tjörn und Orust gelegen.
Wir folgen dem Sundsbyleden, einem Rundwanderweg, der Teil des Kuststigen ist. Es geht gemütlich los, durch Wald, ein bisschen auf und ab und an kleinen Wiesen vorbei bis wir den Abstecher über die Grottorna i Sundsby auf die Solklinten nehmen. Der Weg zur, aber auch durch oder vorbei an der Grotte ist sehr mühsam, da er kaum zu finden und das Gelände echt unwegsam ist. Wir müssen sogar die Rucksäcke absetzen, um durch die schmalen Felsspalten zu kommen. Aber dann sind wir oben und werden von einer traumhaften Aussicht überrascht. Der Blick über den Wald und hinaus auf die Schären ist richtig schön und alle Mühen wert.
Bevor wir in den Wald einbiegen, gibt's noch einen kurzen Blick aufs Wasser.



Auf den Solklinten: dem höchsten Punkt der Insel Mjörn.
Der Weg runter und zurück auf den Sundsbyleden ist super easy, top beschildert und überhaupt kein Problem.
Weiter geht's durch ständig wechselnde Vegetation, mal durch feuchten Mischwald mit Gräsern und Moosen, mal durch eher trockenen Kiefern- und Eichenwald, auf deren Boden Heide und Blaubeersträucher wachsen.
So ist unsere Tour am Ende fast doppelt so lang wie geplant.
Wir belohnen uns mit einer Fika im Sundsby Gårdscafé*, lassen uns Pannkakor und Räksmörgås schmecken und genießen den Sonnenschein. Das Café gehört zu einem großen Gutshof, ganz hübsch an einem Teich gelegen und erfüllt wirklich alles, was wir uns unter schwedischer Sommeridylle vorstellen. Und das Beste: Obwohl es das perfekte Ausflugsziel und gut besucht ist, ist es absolut nicht überlaufen. Vielleicht ist das in den Ferien anders, jetzt aber ist es einfach nur angenehm.

Sundsby Gårdscafé* – das schönste Café, das wir während unserer Reise nach Schweden besucht haben.
Und weil die Tage hier lang sind – selbst in Westschweden wird es nachts aktuell kaum richtig dunkel – und die Sonne noch so schön scheint, wollen wir das gute Wetter ausnutzen und fahren zum Skulpturenpark auf Tjörn.

Anna ist ein Kunstwerk von Jaume Plensa und die größte, fest installierte Skulptur der Welt. Als Teil einer Serie von jungen Frauen, hinter denen reale Modells stecken, prägt sie seit Jahren Schwedens Westküste.
Diesen Sommer stellt außerdem der in New York lebende Schweizer Künstler Ugo Rondinone seine Skulpturen aus Stein aus.

Die Ausstellung trägt den Namen „Primordial/Ursprunglig“ und zeigt fünf Steinskulpturen mit eigener Persönlichkeit: „Die Hingabe“, „Die Redegewandte“, „Die Jugendliche“, „Die Engelhafte“ und „Die Moderne“. Der Künstler vereint so Robustheit und Einfachheit ebenso wie Rauheit und Zerbrechlichkeit.
Den Eintritt finden wir eigentlich zu teuer, aber es ist Urlaub und die Kunstwerke sind doch ganz nett anzuschauen. Außerdem führt ein hübscher Pfad durch den Park, der auch noch mal eine tolle Aussicht über die Landschaft erlaubt.
Sonntag, 1. Juni
Naturschutzgebiet Vättlefjäll
Laut Wettervorhersage ist es nur am Morgen schön, so starten wir heute lediglich mit ein bisschen Joghurt und altem Kaffee in den Tag und machen uns schnell auf den Weg.
Unser Ziel ist das Naturschutzgebiet Vättlefjäll. Wir wandern entspannt acht Kilometer um den Surtesjön und sind nach zwei Stunden wieder zurück am Parkplatz. Und das ist gut so. Denn die Vorhersage stimmt: Es zieht schnell zu, ist windig und die Luft schwül. Aber auch schade, weil es eine wirklich schöne Gegend ist, die so viele Möglichkeiten bietet, in die Natur zu gehen und die schwedischen Wälder zu entdecken.


Mittags holen wir dann das ausgiebige Frühstück nach und nachmittags schauen wir zu, wie draußen tatsächlich ein paar kräftige Schauer über uns hinweg ziehen. Die Gewitter bleiben zum Glück aus.
Am Abend wird es sogar wieder so schön, dass wir noch ein paar Schritte raus gehen, denn wir haben auf der Karte endlich den Weg von unserem Ferienhaus direkt ans Wasser entdeckt.


Abendrot bei Timmervik.
Wir genießen den Sonnenuntergang und den klaren Nachthimmel.
Und dann prognostiziert meine App auch noch eine 37-prozentige Wahrscheinlichkeit, am aktuellen Standort Polarlichter zu sehen. Aber es ist einfach zu hell, selbst um 24 Uhr. Weder mit bloßem Auge noch mit der Kamera ist etwas zu erkennen.
Montag, 2. Juni
Skaftö
Wir sind wieder in den Schären unterwegs, heute auf Skaftö und wandern entlang des Kuststigen von Fiskebäckskil nach Grundsund.


Der Weg startet aussichtsreich, verläuft dann aber meist hinter der Küstenlinie.
Beide Orte sind süße kleine Fischerdörfer. Aber auch hier ist noch alles wie verlassen, Cafés und Läden geschlossen. Die Saison beginnt, wie wir mittlerweile wissen, erst Mitte Juni. Also decken wir uns im Supermarkt mit Kärleksmumskaka und Kanelbullar ein und machen unsere Fika irgendwo am Hafen.

Es gibt definitiv schlechtere Plätze für eine Fika.


Satt und zufrieden bummeln wir durch die Straßen und sehen uns den Ort an.


So leer wie es überall ist, können wir uns gar nicht vorstellen, dass hier in wenigen Tagen Hochsaison ist.
Da uns der Abschnitt des Kuststigen wenig überzeugt hat, weil er zwar ganz hübsch durch den Wald, aber kaum aussichtsreich mehr durchs Inselinnere führt, wählen wir zurück den Weg direkt an der Küste. Er sieht neu gemacht aus und ist wirklich viel, viel schöner. Außerdem lässt er sich dank vieler Stufen, Treppen, Seilen, Geländern und Stegen super laufen. Kein mühsames Auf und Ab und auch keine schwierige Weg Sucherei. So kommen am Ende zwar 15 Kilometer zusammen, die aber lange nicht so anstrengend waren wie zuvor unsere 18-Kilometer-Runde über Stock und Stein.

In Schweden sind die Wildgänse sturmfest.
Abendessen gibt's in einer windgeschützten Ecke am Steg in Fiskebäckskil – heiße Suppe aus unseren Thermobechern.
Dienstag, 3. Juni
Dyrön
Auch heute geht's in die Schären. Allerdings mit Hindernissen. Denn außerhalb der Ferien fahren auch die Fähren nicht durchgängig und Parken in Schweden ist ohnehin jedes Mal ein Erlebnis: Entweder sind die Parkplätze kostenfrei oder können via App mit Kreditkarte bezahlt werden – Parkscheinautomaten wie in Deutschland gibt's jedenfalls keine. Das ist für uns neu und, wenn die Registrierung nicht klappt, ein echtes Problem.
Aber wir sind rechtzeitig am Anleger. Von Rönnäng setzen wir in wenigen Minuten via Åstol nach Dyrön über.


Auf geht's, einmal auf dem Dyröleden die Insel umrunden.
Schon auf den ersten Metern haben wir Spaß ;-) Leute, wenn ihr so unsicher im Gelände seid, dann geht bitte solche Wege nicht.
Der Rundweg ist zwar nur sechs Kilometer lang, aber ein ständiges und oft mühsames Auf und Ab. Und die Felsen sind extrem glatt, besonders wenn sie nass sind. Wer nicht aufpasst, landet so schneller im Wasser als ihm lieb ist.
Uns hingegen gefällt's, wir fühlen uns sicher auf den Beinen, genießen den Weg ebenso wie die Landschaft und die tolle Aussicht aufs Meer und die umliegenden Inseln. Nur der ewige Wind nervt.

Immer wieder im Blick: die kleine Insel Åstol.
Der Dyröleden verläuft weiter oben, wir nehmen den Weg durch die Schlucht „Dynes Ravin“.

Halbzeit: Dyrön Södra.
Dass auch auf Dyrön alle Lokalitäten geschlossen haben, überrascht uns nicht. Schade ist nur, dass die Pizza, die es im Supermarkt „alle dagar“ geben soll, nur am Wochenende gebacken wird. Aber wir sind ja zum Glück im Land der Kanelbullar :-)
Der zweite Teil der Strecke verläuft etwas windgeschützter. Teils sogar im Wald, wo auch die Wege weniger beschwerlich sind.
Nur die auf der Insel frei lebenden Schafe entdecken wir nicht. Dafür ist es an der Küste wohl zu stürmisch. Denn der Wind hat noch mal richtig zugelegt.
Direkt hinter Dyrön Södra geht es erstmal wieder hinauf.


Aber die Aussicht und der Weg durch den Wald sind alle Mühen wert.

Schade, dass es so kalt ist...
Just in time sind wir zurück am Nordhafen, von wo aus uns die Fähre bei ordentlich Seegang zurück nach Rönnang bringt. Ich hätte nie gedacht, dass ein Boot bei ein paar Wellen so schaukelt!

Zurück in Dyrön Norra.
Der Rückweg zum Ferienhäuschen geht flott. So können wir sogar noch einen Moment die Sonne auf der Terrasse genießen.
Mittwoch, 4. Juni
Wir bleiben daheim
Auf zwei Tage Sonnenschein folgt Regen. Aber wir haben Glück. Das Wetter ist besser als die Vorhersage. So bleibt es lange bei einem Sonne-Wolken-Mix und die Schauer verschieben sich Stunde um Stunde nach hinten.
Draußen ist es zwar ein wenig frisch, trotzdem verbringen wir die Zeit gemütlich auf der Terrasse. Und machen zum Abend sogar noch einen kleinen Spaziergang.

Schon schön, das Häuschen :-)
Donnerstag, 5. Juni
Der Schärengarten von Göteborg
Unsere Zeit in Schweden geht langsam zu Ende. Doch bevor wir abreisen, wollen wir noch in die Schären vor Göteborg.
Mit der kostenlosen Autofähre geht's nach Hönö. Hier wandern wir entlang des Kuststigen im Naturreservat Ersdalen. Es ist eine kleine Fünf-Kilometer-Runde, die es aber in sich hat. Der Weg ist durchaus anspruchsvoll, verläuft immer wieder auf und ab und oft über Felsen.



Das Schöne dabei ist: es ist nichts los. Obwohl wir so nah an Göteborg sind.
Es gibt sogar eine Vogelbeobachtungsstation, die komplett verlassen ist. Bestimmt kommen nur ein paar Ornithologen im Frühjahr oder Herbst hierher.




Außerhalb der großen Vogelzugzeiten ist hier natürlich wenig los, ein paar Wildgänse lassen sich trotzdem beobachten.

Und ein Reh entdecken wir später auch noch :-)

Zum Abschluss der Runde geht's ein Stück durch den Wald.
So schön dieses Fleckchen Erde auch ist, die anderen Inseln – ob Marstrand, Skaftö oder Dyrön – haben uns tatsächlich besser gefallen. Sie sind nicht so erschlossen, sind weniger besiedelt und haben dadurch mehr Natur. Auf Hönö fehlt uns die Idylle.
Ähnlich ist es auch auf Fotö, Öckerö und Hälso.
Nach einem Pizza-Stopp bei Hönös Pizzeria* fahren wir mit dem Auto rüber nach Fotö. Auch hier führt der Kuststigen entlang. Aber aus einem weiteren Spaziergang wird leider nichts. Über Mittag ist es zugezogen und jetzt zieht sogar innerhalb weniger Minuten eine heftige Regenfront auf. Nur nach ein paar Metern kehren wir daher schon wieder um und schaffen es gerade noch trockenen Fußes zurück ins Auto.



Regenfront vor Fotö.
Mit dem Auto „erkunden“ wir dann auch Öckerö und Hälsö. Gern wären wir noch ein, zwei Schritte gegangen. Aber es hört nicht auf zu regnen, alles ist jetzt nass und rutschig.
Alternativ stöbern wir durch den Supermarkt und decken uns mit Leckereien für Zuhause ein.
Unser Fazit: Wer nur kurz in Göteborg ist, sollte sich die Schären nicht entgehen lassen, es gibt tolle Ecken auf Hönö, Fotö, Öckerö und Hälsö, aber es gibt landschaftlich schönere Inseln.
Freitag, 6 Juni
Schwedischer Nationalfeiertag fällt ins Wasser
Draußen regnet es, also machen wir es uns drinnen gemütlich.
Erst am Nachmittag hört es kurz mal auf – Zeit für einen Spaziergang am Meer. Wir haben sogar Glück und erwischen eine kleine Wolkenlücke mit Sonnenschein. Danach zieht es wieder zu und es ist grau, nass und stürmisch.




Am Strand bei Timmervik.
Allmählich schlägt uns der Sturm auch ein bisschen aufs Gemüt.
Schweden ist so ein schönes Land und es gibt noch so viel zu entdecken. Aber wir sind mehr und mehr genervt – vom eisenhaltigen Wasser wie von der durchgelegenen Matratze –, dass wir uns tatsächlich auf unser eigenes Bad und Bett freuen. Sind wir so verwöhnt?!
Samstag, 7. Juni
Auf Tour in der Natur am Mjörn
Es hieß, je nördlicher, desto sonniger sollte es heute sein. Doch die Vorhersage hat sich über Nacht mal wieder komplett geändert. Statt auf die Insel Ramsvik, die wir gerne noch besucht hätten, fahren wir ins Landesinnere und wandern am Mjörn bei Norsesund.
Gute Entscheidung. Denn hier stürmt es deutlich weniger. Außerdem lernen wir so noch eine weitere Ecke von Schweden kennen. In den Schären waren wir ja häufiger.
Unser Weg führt über weite Strecken durch Wald, teils auf Forstwegen, teils auf urigen kleinen Pfaden. Hier ist der Wald dann auch noch richtig wild, überall wächst Moos und manchmal müssen wir uns sogar den Weg suchen.
Wenige Schritte weiter sind wir gleich wieder in der Zivilisation.
Interessant ist auch, dass am Ufer des Mjörn (fast) alles in Privatbesitz ist, so kommen wir gar nicht ans Wasser und müssen zunächst der Straße folgen. Das Jedermannsrecht scheint also nicht überall in Schweden zu gelten. Aber wir biegen schnell wieder ab und dann wird es auch noch einmal richtig wild.
Mit voller Wucht trete ich noch dazu in einen Haufen Fuchskot! Die am übelsten riechende Sch..., die ich kenne – gleich nach Hühnerkot. Aber auch das ist Natur.
Wunderschöne Natur. Die Hoffnung schon fast aufgegeben, finden wir sogar noch einen richtig hübschen Picknickplatz direkt am See.


Neugierig beobachten uns die Möwen bei unserer Fika.

Wir verlassen den Mjörn und queren auf dem Rückweg zum Auto noch einmal den Wald.
Zurück fahren wir über Alingsås, wo wir noch einen kleinen Spaziergang im Naturreservat Nolhagaviken machen. Hier ist erstaunlich viel los. Die Schweden treffen sich zur Fika oder grillen gemeinsam, laufen eine Runde, gehen schwimmen oder fahren mit dem Boot raus. Aber das Reservat ist auch sehr stadtnah und es wäre schade gewesen, einfach weiter zu fahren.

Da wir morgen abreisen, wollen wir heute nicht so spät zu Hause sein. So genießen wir ein letztes Mal die Fahrt über Land. Ich liebe ja diese Wiesen voller Butterblumen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo regelmäßig gemäht wird, darf hier gefühlt noch alles wachsen, die landwirtschaftliche Nutzung ist geringer.
Und dann ist er plötzlich da: unser letzter Abend. Wir sind traurig.
Sonntag, 8. Juni/Pfingsten
Hej då Sverige
Es ist Zeit, Abschied zu nehmen.
Unsere Fähre geht erst am Abend, so können wir in Ruhe frühstücken, letzte Souvenirs kaufen (in Schweden übrigens auch an Feiertagen kein Problem), noch eine Fika machen und dann ohne Stress an Bord einchecken.
Das Schiff läuft bei Sonnenschein aus und wir lassen den Abend mit einem Cocktail ausklingen.


Fazit
Trotz kühler Temperaturen, Regenschauern und ewigem Sturm haben wir zwei wunderschöne Wochen in Schweden verbracht.
Schon die Anreise mit der Fähre war völlig stressfrei. Und so kurz vor der Saison, als das Land noch im Winterschlaf schien, hatten wir, egal wo wir waren, völlige Ruhe. Das war unglaublich entspannend.
Dazu die tolle Landschaft, die vielerorts wirklich aussieht wie bei Astrid Lindgrens „Kindern aus Bullerbü“, hat den Urlaub für uns perfekt gemacht.
Nur in Stadtnähe ist es – wie bei uns – plötzlich voll, dreckig und man trifft auch hier interessante Gestalten. Aber wir waren ja auch nicht da, um die großen Städte zu besuchen, sondern um Land (und Leute) kennenzulernen.
Die Mentalität und der Lebensstil der Schweden mag einfacher und bodenständig sein, die Menschen ab und an distanziert und vielleicht sogar ein wenig unfreundlich wirken, aber auch entspannter und zufrieden.
Ob nach Bohuslän oder in eine andere Gegend – wir kommen definitiv wieder nach Schweden.
Mehr Bilder gibt's im Fotobuch.
*Unbezahlte Werbung/Nennung aus Überzeugung